Schieflage bei Freiberuflern

“Nun”, sagte der PR-Schreiberling zum Kunden, “ich muss jetzt leider etwas schlampiger oder weniger arbeiten. Pro Stunde verdiente ich im letzten Monat nur 14,92 Euro, davor waren es 20,02 Euro. Dies bedeutet ein Einkommensverlust von 25 Prozent.”

Von diesem Geld müsse er die gesamte gestalterische Leistung erbringen. erklärte der PR-ler. Und dazu kämen die Kosten für Personal, Agenturräume, technische Geräte und das Auto.

Klingt seltsam? Klingt so, als müsse der PR-Schreiber mal seine Kalkulation überdenken? Klingt so, als sei es doch seine Sache, was für ein Büro er hat und wie viele Mitarbeiter da rumspringen?

Stimmt. Nur warum meinen dann Ärzte, dass ihre Honorare nicht schwanken dürfen? Und dass sie ein Anrecht auf Mitarbeiter haben?

Siehe dazu:

Beispiel Hautärzte: Pro Patient stehen ihnen für gesetzlich Krankenversicherte im zweiten Quartal 14,92 Euro zur Verfügung. Im ersten Quartal waren es 20,02 Euro. „Dies bedeutet ein Einkommensverlust von 25 Prozent“, heißt es beim Verband der Dermatologen in Kassel. [...] „Nach Abzug der Verwaltungskosten bleiben pro Patient noch 13 Euro für drei Monate“, erklärt er. Von diesem Geld müsse er die gesamte medizinische Versorgung erbringen. Hinzu kämen die Kosten für Personal, Praxisräume, medizinische Geräte.

Natürlich klingen Patientenpauschalen von 20 Euro für drei Monate absurd niedrig, aber woher kommt die Idee, dass man als Freischaffender nur steigende oder konstante Honorare hat?

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